...oder: Wie ich hier mal versuche, salopp meine Ansichten zu erläutern.
Mal so am Rande eine kleine Notiz.
Mich über Mode auszulassen fällt mir schwer. Nicht, weil mir die Worte fehlen oder dergleichen. Nein, im Grunde ist das ganz einfach: Ich sehe mich nicht in der qualifizierten Lage, in angemessener Weise von einer Materie zu berichten, von der ich im Grunde nur subjektive Eindrücke habe –kein oder nur wenig brauchbares Hintergrundwissen. Ich kann nur in laienhafter Form berichten, fehlt mir doch jegliche Ahnung von der Wirkung von verschiedenen Stoff- und Formkombinationen, ähnlich wie es in der Kunst der Fall ist, das unterscheidet sich von Mode ja auch nicht in allzu großem Maße, wie ich meine. Meine einfache schulische Ausbildung, die ich bis jetzt habe,reicht für ein objektives und kritisches Bewerten einfach nicht aus. Und zu erklären, wieso mir etwas gefällt – undenkbar. Bei mir ist das eine intuitive Sache, die ich selbst kaum greifen kann.
Es kann nicht verkehrt sein, sich die Frage zu stellen, wieso ich etwas tragen möchte, wieso mir etwas gefällt.
Und da überrumpelt mich die Modewelt doch recht häufig. Weil es einfach zu schnell ist. Man lässt nicht auf sich wirken, jedes halbe Jahr neue Regeln. Wann bist du drin, wann bist du raus, also draußen aus dem immerwahren Kreis der Mode. Diktatur. Ich erlaube es mir, nur ein Urteil über Themen zu fällen, mit denen ich mich auskenne, sprich: über die ich mich im idealsten Fall über einen längeren Zeitraum beschäftigt habe, obwohl man selbst dann nicht davon ausgehen kann, alle Aspekte einer Sache erfasst zu haben, ja, dafür fehlt mir einfach der Horizont, dafür bin ich zu jung, zu unbelesen, oft zu ungeduldig in meiner Jugend, die versucht, gegen die Zeit zu rasen, die abgelenkt wird von den zu vielen Eindrücken in unserer Gesellschaft, die, so vermute ich, kein Vergleich mehr zu vergangenen Zeiten sind, wir wissen einfach zu viel. Alles andere empfinde ich als Zumutung für die Menschen, die sich tatsächlich das anschauen, was ich (re-)produziere, obwohl ich mir sicher bin, dass die meisten sich wenig darum scheren. Oft unbedachter und unbewusster Konsum und ich bin ein Teil davon, was mir -eigentlich- so gar nicht zusagt, dem ich mich aber trotzdem unterordne und dessen Existenz ich bereitwillig anzunehmen scheine.
Ja, so schreibe oder zeige ich euch häufig nur Dinge ohne darüber zu urteilen (was ich eigentlich gar nicht so negativ finde), ohne zu reflektieren. Ein nacktes und bloßes Zeigen. Zu mehr sehe ich mich nicht in der Lage, dafür müsste ich mich besinnen auf Relevantes, das ich noch gar nicht benennen kann. Das jetzt meinem Alter zuzuschreiben oder meinem Mangel an ausreichender Intelligenz oder eben der Kompetenz im Allgemeinen zu begreifen, will ich hier gar nicht tun.
Manchmal habe ich das Bedürfnis, mich in dieser Art zu äußern. Es überkommt mich ein Gefühl des Sich-Rechtfertigen-Müssens, so als Kontrastprogramm zu diesem An-Der-Oberfläche-Kratzen, was mir eigentlich ständig passiert. Da sträubt sich immer was in mir, wenn ich so manche Sachen lese. In der Tat versuche ich, ein reflektiertes Bild zur Mode der Gesellschaft und meiner Beziehung zu ihr zu schaffen, was mitunter auch natürlich anstrengend, mir doch nur ansatzweise gelingend, aber zugleich unabdingbar ist, wie ich finde und hier so ganz und gar nicht dokumentiert und festgehalten wird. Das passiert bei mir eher im stillen Kämmerchen, ganz alleine in meinem Kopf. Den Sinn der Mode zu hinterfragen ist für mich eigentlich relativ unbedeutend. Aber die Art, wie die Mode behandelt und angefasst wird, das finde ich interessant (siehe Kellers "Kleider machen Leute"). Mich interessiert, was die Mode in uns auslöst, die Farben und Formen, die wir tragen, wie wir sie für welchen Zweck erschaffen haben, vermutlich unbewusst als Nebenprodukt unserer Existenz.
Im Grunde passt dieses ausdruckslose Trendgehasche doch gar nicht, wenn man selbst der Meinung ist, das Kleidung deine Persönlichkeit unterstreichen soll. Nennt man das dann bloßes Anziehen? Und gar nicht Mode? Und wenn, dann ist das Tragen von Kleidung mit dem Hintergrund, seine Persönlichkeit nach außen zu kehren doch die Ursprungsidee der heutigen sozialen Medien und diese wiederrum die Weiterführung des Offenleges seines Selbsts, um sich zu begründen und rechtzufertigen und um wahrgenommen zu werden. Oder?

Basisbild von ana-lee.livejournal.com